Flugasche

Bei der Stromerzeugung und Verbrennung von Steinkohle entsteht Flugasche. Die nicht brennbaren, mineralischen Bestandteile der Kohle werden im Elektrofilter aus dem Rauchgas aufgenommen. Produziert wird Flugasche in modernen Steinkohlekraftwerken in der ganzen Welt. Sie wird bereits seit gut 50 Jahren als Zusatzstoff in Zement oder Beton eingesetzt. Die erste bauaufsichtliche Zulassung wurde 1970 erteilt. In ihren stofflichen Eigenschaften entspricht Flugasche den seit mehr als 2000 Jahren verwendeten Baustoffen aus vulkanischen Aschen und Erden wie Trass oder Bims. Von der Dauerhaftigkeit derartiger Baustoffe zeugen noch heute bestehende Bauwerke, wie z.B. das römische Pantheon.

Im Beton wirken die feinen, runden Partikel der Flugasche wie kleine Kugellager – so verbessern sich im Frischbeton die Fließfähigkeit, Verarbeitbarkeit oder Verdichtungswilligkeit  z. B. von Spritzbeton und Hochleistungsbeton. Bei den Betonbauteilen und -waren stehen die höhere Endfestigkeit, der bessere Schutz gegen Korrision, Karbonatisierung oder chemischen Angriff im Vordergrund. Flugasche verstärkt den Beton noch nach mehreren Jahren durch ihr puzzolanisches Reaktionsvermögen. Beton wird im Laufe der Zeit durch diese Nacherhärtung dichter, beständiger und dauerhafter – unverzichtbare Eigenschaften z. B. für Brücken, Tunnel und Fundamente. 

Auch die Ökobilanz von Beton wird durch den Einsatz von Flugasche verbessert, da CO2-intensive Komponenten reduziert werden können. Pro Tonne Flugasche im Beton lassen sich so fast eine Tonne CO2 einsparen. Damit trägt Flugasche auch dazu bei, dass andere Primärrohstoffe nicht aufwändig abgebaut, aufbereitet geschont werden können. 

Von zementgebundenen Baustoffen mit Flugasche geht keine Gefahr für Boden und Grundwasser aus. Die Auslaugungen aus Frisch- oder Festbeton unter Verwendung von Flugasche sind in der Regel gerin-ger, als ohne Flugasche und nicht umweltrelevant. Die gute Recyclingfähigkeit von Beton bleibt auch mit Flugasche erhalten. 

Vorteile bei der Verarbeitung von Frischbeton:

  • eine verbesserte Bindemitteloptimierung
  • eine Reduzierung der Hydratationswärme
  • einen geringeren Verschleiß an Mischanlagen, Förderfahrzeugen und Pumpsystemen
  • eine Verbesserung der Fließfähigkeit, Verarbeitbarkeit oder Pumpbarkeit
  • eine gute Verdichtungswilligkeit 

Vorteile bei der Verwendung in Betonbauteilen oder Betonwaren:  

  • verbesserte Sichtbetonflächen, saubere Fasen und Kanten 
  • gleichmäßigere Farbgebung und weniger Ausblühungen 
  • eine bessere Nacherhärtung und höhere Endfestigkeit 
  • ein dichteres Gefüge für 
  • besseren Korrosionsschutz der Bewehrung 
  • stärkeren Widerstand gegen Karbonatisierung
  • besseren Widerstand gegen chemischen Angriff
  • einen höheren Sulfatwiderstand
  • eine reduzierte Reißneigung 

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Wirtschaftsverbandes Mineralische Nebenprodukte e.V.

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