Sprühabsorptionsprodukte

Sprühabsorptionsprodukte (SAV-Produkte) entstehen bei der Rauchgasreinigung in Kohlekraftwerken. Bei der Verbrennung von Steinkohle findet die Entschwefelung bei dem Sprühabsorptionsverfahren (SAV) nach vorhergehender Flugascheabscheidung in einem Feuerungskessel statt. Dabei wird in einem nachgeschaltetem Reaktor (Sprühabsorber) bei Temperaturen um ca. 150°C - 180°C Kalkmilch in das Rauchgas eingegeben. 

Das so gebildete Entschwefelungsprodukt enthält überwiegend Halbhydrate  (Calciumsulfit und Calciumsulfat) sowie freies Ca(OH)2 und fällt, da überschüssiges Wasser verdampft und mit dem entstaubten Rauchgas ausgetragen wird, staubförmig an.

Auch Stabilisate entstehen nach dem Einsprühen von Kalkmilch in das Rauchgas. Im Gegensatz zu dem oben beschriebenen Verfahren wird hier aber auf die Abscheidung der Flugasche vor dem Eintritt in den Sprühabsorber verzichtet. SAV-Produkte mit dadurch höheren Aschegehalten werden als Stabilisate bezeichnet, weil sie ein hohes Eigenverfestigungspotenzial besitzen. Je nach Asche-Vorabscheidung und Kohletyp schwankt der Flugascheanteil solcher Gemische zwischen 30 und 70 Massen-%.

Aufgrund der unterschiedlichen Zusammensetzungen werden SAV-Produkte vielfältig verwendet, so z. B. im Bergbau, in der Kalksandsteinindustrie, im Landschafts- und Deponiebau, zur Schlammverfestigung sowie als Düngemittel. 


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