17.11.2016

Der Einsatz von Kraftwerksnebenprodukten steigt an.

Der Einsatz von Kraftwerksnebenprodukten steigt an. Steinkohlenflugasche auch höchstem Wert seit 2008.
Betonbauwerke mit Flugasche erfreuen sich hoher Nachfrage

Im Jahr 2014 wurden insgesamt 3,85 Mio. Tonnen Flugasche vermarktet. Davon alleine über 3 Mio. Tonnen für die Betonherstellung. Die restliche Menge verteilt sich auf die Herstellung von Trockenbaustoffen, den Straßen- und Wegebau und auf Mauersteine oder keramische Erzeugnisse.

Trotz der sich abzeichnenden Entwicklungen bei der Energiewende ist die Verfügbarkeit von z.B. Flugasche durch die WIN-Mitgliedsunternehmen weiterhin sichergestellt. Als Nebenprodukt aus der Steinkohleverstromung ist Flugasche seit über fünf Jahrzehnten fester Bestandteil in der Herstellung von qualitativ hochwertigen Baustoffen. Der Sekundärrohstoff kann Zement im Beton bis zu 35 Prozent ersetzen, damit die CO2-Bilanz im Beton verbessern und gewünschte Eigenschaften des Betons optimieren. Damit trägt Steinkohlenflugasche dazu bei, dass Primärrohstoffe geschont werden können. Sie ist nach DIN EN 450-1 „Flugasche im Beton“ zertifiziert bzw. hat eine bauaufsichtliche Zulassung und wird als Betonzusatzstoff Typ II gemäß DIN EN 206-1 und DIN 1045-2 verwendet.  

Mit einem Urteil des EuGH gegen die Bundesrepublik Deutschland vom Oktober 2014 ergeben sich Änderungen im Baurecht und der Bauregelliste (BRL), die seit dem 16.10.2016 in Kraft sind. Mit der Revision der Muster-Bauordnung (MBO) hat die Bauministerkonferenz eine Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (VV-TB) mitsamt "Anforderungen an bauliche Anlagen bezüglich der Auswirkungen auf Boden und Gewässer“ (ABuG) in das EU-Notifizierungsverfahren gegeben.

Diese Anforderungen waren bisher in allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen geregelt und betrafen insbesondere Bauprodukte nach harmonisierten Normen, für die zusätzliche Anforderungen in Form von allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (abZ) oder in Restnormen gestellt wurden. Diese Änderungen in BRL, MBO, VV-TB und ABuG werden allerdings erst wirksam, wenn sie in den einzelnen Landesbauordnungen umgesetzt werden. Dieser Prozess dauert noch an.

Mit der Einführung der neuen VV-TB werden Anforderungen an bauliche Anlagen formuliert, allerdings keine Aussagen zu Art und Umfang der Nachweise für die Baustoffe definiert. Gemäß einer Stellungnahme des DIBt gelten die Umweltzulassungen für Flugasche nach DIN EN 450-1 und für Kesselsand nach DIN EN 13055-1 weiterhin als technische Nachweise zur Erfüllung der Anforderungen. Diese Zulassungen waren von den WIN-Mitgliedern bis zur Rechtssicherheit vorsorglich verlängert worden und gelten nun bis April 2020.

„Auch die anderen Nebenprodukte aus Steinkohlekraftwerken zeigen eine positive Tendenz,“ erläutert WIN-Geschäftsführer Thomas Kaczmarek, am Rande der ECOBA-Konferenz in Lissabon. „So erkennen wir den fast vollständigen Absatz von REA-Gips aber auch der Kesselsand wird zunehmend als Leichtzuschlag in der Betonproduktion nachgefragt.“ 

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Wirtschaftsverbandes Mineralische Nebenprodukte e.V.

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