26.11.2018

Absatz von Steinkohlenflugasche ist nur leicht gesunken.

Aktuelle Marktdaten 2017 und Prognose zur Verfügbarkeit

„Der Absatz von Kraftwerksnebenprodukten, wie Flugasche, war im Jahr 2017 nur leicht rückläufig. In Anbetracht der stark steigenden Investitionen in Wind- und Sonnenkraft sind wir allerdings mit dem Ergebnis zufrieden“, erklärt Burkhard Jakobuß, Vorsitzender im Wirtschaftsverband Mineralische Nebenprodukte e.V. (WIN) am Rande einer Vorstandssitzung in Düsseldorf. „Im Jahr 2017 wurden in Deutschland insgesamt 2,743 Mio. Tonnen Flugasche vermarktet, davon allein 86 Prozent für die Betonherstellung. Die restliche Menge verteilt sich auf den Straßen- und Wegebau den Bergbau oder die Herstellung von Mauersteinen.“ Auch die anderen Produktgruppen wie Kesselsand als Leichtzuschlag im Beton oder als Ausgangsstoff für die Herstellung von Kultursubstraten oder auch der Absatz von REA-Gips zeigen eine gleiche Entwicklung.

Zwar schränkten die klimatischen Bedingungen im Jahresverlauf mit einem warmen und kurzen Winter die Laufzeiten der Kraftwerke erwartungsgemäß ein, aber die fehlende Infrastruktur für Stromtrassen von Nord nach Süd habe dafür gesorgt, „dass die regenerativ erzeugte Energie nicht am Ort des Verbrauchs ankommt“, so Jakobuß weiter. „Hier sind die gut verteilten Steinkohlekraftwerke eingesprungen, damit die Stromnetze stabil bleiben und genügend Energie bedarfsgerecht verfügbar ist.“

„Mit dem 2017er Absatz von Flugasche liegen wir nur gut 13 Prozent unter dem Vorjahreswert“, ergänzt Andreas Hugot, Stellvertretender Vorsitzender bei WIN. Nach Angaben des Fraunhofer Instituts für Energiesysteme sei der Anteil der Steinkohle am nationalen Energie-Mix sogar um 18 Prozent zurückgegangen. „Trotz des stärkeren Produktionsrückgangs, auch durch ungeplant längere Revisionsvorgänge einzelner Kraftwerke, haben die WIN-Mitgliedsunternehmen die Versorgung durch optimierte Service- und Logistikmaßnahmen aus dem Ausland in vielen Bereichen auffangen können.“

Das laufende Geschäftsjahr 2018 ist durch den langen warmen Sommer geprägt, in dem allerdings bisher nur wenig Wind zur Energieversorgung beitragen konnte. Die Steinkohlekraftwerke erfüllen zunehmend ihren Beitrag zur Grundlast und versorgen die angeschlossenen Industriezweige und Haushalte. „Aufgrund der langen Trockenheit war und ist der Transport von Kohle bzw. Kraftwerksnebenprodukten nicht immer einfach. Die Binnenschifffahrt kann nur etwa ein Drittel der üblichen Mengen aufnehmen“, so Hugot weiter. Diese Situation normalisiere sich langsam und reduziere die zusätzlichen Belastungen durch den Frachtverkehr. Allerdings blicke man mit Sorge nicht nur auf die erhebliche Anhebung der Mautsätze ab 2019, die die Transportkosten ansteigen lassen werden.

Im Kontext der aktuellen Klimadebatte werde sich der Einsatz fossiler Energieträger im Energie-Mix weiter reduzieren. So ist geplant, noch im laufenden Jahr z.B. sieben Steinkohle-Blöcke mit einer Leistung von insgesamt 1.4 Gigawatt außer Betrieb zu nehmen. Damit konnten über eine Million Haushalte mit Strom versorgt werden. Für die Braunkohle-Reviere werde die Bundeskommission bis zum Februar 2019 noch einen Fahrplan entwickeln, der sowohl die CO2-Reduzierung als auch einen sozial verträglichen Strukturwandel in diesen Regionen enthält. Eine weitere und übereilte Abschaltung von gesicherter Energieleistung könne nicht zielführend sein, da die fossilen Energieträger den Kernkraft-Ausstieg im Jahr 2022 auffangen müssen. Nur so könne eine Versorgungssicherheit bei stabilen Preisen gesichert werden, sagte der Verbandschef.

Insofern halte der Wirtschaftsverband an den verschiedenen mittel- und langfristigen Prognosen fest, die eine jährlich produzierte Menge an Steinkohlenflugasche von über 2 Mio. Tonnen bis in die 2030er Jahre vorhersagen. Derzeit spüre man ein ungebrochenes Interesse, den wertvollen Zusatzstoff für die Betonherstellung bei Hochleistungsbetonen weiter einzusetzen.

Grafiken dazu finden Sie im Pressetext

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