23.01.2018

BDI-Studie zeigt: Energie-Mix mit Steinkohle weit über 2030 hinaus

Bei einer CO2-Reduzierung um 80 Prozent bis 2050 werden Mehrkosten in Höhe von 1,5 Bill. Euro erwartet.

Die neue BDI-Studie „Klimapfade für Deutschland“ ist jetzt in Berlin vorgestellt worden und enthält eine volkswirtschaftliche Analyse verschiedener technisch und wirtschaftlich Ansätze zur Reduzierung der CO2-Emissionen in ausgewählten Sektoren der Wirtschaft bis zum Jahr 2050.

Mit den bereits greifenden Maßnahmen zum Klimaschutz werden bei unverändertem Fortlauf 61 Prozent der Treibhausgas-Emissionen in Deutschland im Vergleich zu 1990 reduziert. Die 290seitige Studie zeigt auf, dass mit den heute bekannten Technologien ein nationales 80-Prozent-Klimaziel technisch und volkswirtschaftlich erreichbar ist. Allerdings werden für den optimalen Umbau Mehrinvestitionen in Höhe von 1,5 Bill. Euro erwartet.

Erhebliche Mehrkosten würden bei einem frühzeitigen Auslaufen der Kohleverstromung hinzu kommen. Insbesondere durch ein vorzeitiges Auslaufen der Braunkohleverstromung bis Anfang der 2030er Jahre im 95 %-Klimapfad würden Kosten für die vorzeitige Stilllegung und Renaturierung des Tagebaus sowie für die frühzeitige Bewältigung des Strukturwandels in den betreffenden Regionen anfallen. Diese sind in der vorliegenden BDI-Betrachtung der Gesamtkosten noch nicht enthalten.

„Der politisch und gesellschaftlich gewollte Ausstieg aus der Kernkraft im Jahre 2022 darf nicht zu Versorgungsengpässen oder einer instabilen Stromnetz-Infrastruktur in Deutschland führen. Der Zubau von erneuerbaren Energieträgern wie z.B. Windkraft muss im Gleichschritt mit dem Netzausbau entwickelt werden“, erklärt Thomas Kaczmarek, WIN-Geschäftsführer am Rande des BDI-Kongresses.

„Auch die Subventionen von den privaten Haushalte (Stichwort: „EEG-Umlage“) für den Bau und Betrieb von Windrädern und – mangels Speichermöglichkeiten – für den Stromexport mit Bonuszahlung für die Abnehmer müssen neu ausgerichtet werden.“ Ein weiteres Sorgenkind ist die e-Mobilität: derzeit sind weniger als 2 Prozent der Fahrzeuge E-Autos.

Schon ein Ausbau auf nur 30 Prozent würde die Infrastruktur für die Ladeprozesse erheblich überfordern und zu großflächigen Stromausfällen führen, so die Technische Universität München aus einem aktuellen Forschungsprojekt.

„Wir begrüßen den Beitrag dieser BDI-Studie zur aktuellen sachlichen Debatte um die richtigen Entscheidungen beim Prozess des Klimaschutzes bis 2050. Nun wissen wir, welche Dinge möglich sein können und an welchen Stellen wir noch besser werden müssen. Mit den Vorschlägen für die Einsparmöglichkeiten im Energiesektor wird auch die angemessene Reduzierung der Kohleverstromung bei gleichzeitiger Versorgungssicherheit volkswirtschaftlich eingeordnet.“

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