12.07.2018

Beton bleibt führender Baustoff

Baufertigstellungen 2017 - Marktanteile und Produktion von industriellen Sekundärrohstoffen - Flugascheproduktion konstant

Baufertigstellungen 2017 (Marktanteile verwendete Baustoffe)

Das Statistische Bundesamt hat jetzt eine Auswertung der Baufertigstellungen im Wohnungs- und Nichtwohnbau nach überwiegend verwendetem Baustoff für 2017 veröffentlicht. Diese gibt Aufschluss über den Einsatz von Stahlbeton, Stahl, Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton, Leichtbeton/Bims, Holz sowie sonstigen Baustoffen bei der tragenden Konstruktion von Gebäuden im Hochbau.

Im Wohnungsbau 2017 wurde bei insgesamt 137,9 Mio. m³ umbautem Raum der Ziegel mit einem Anteil von 30 % am häufigsten verwendet (s. Bild 1). Beim Mehrfamilienhausbau wurden etwa 26 %  und im Wohnheimbau ca. 45 % des fertiggestellten umbauten Raumes in Stahlbeton realisiert.

Im Nichtwohnbau wurden 187,4 Mio. m³ umbauter Raum im Jahr 2017 fertiggestellt (s. Bild 2). Der mit Abstand am häufigsten verwendete Baustoff in diesem Baubereich ist mit einem Anteil von 57 Prozent der Stahlbeton (2016: 55 Prozent). Bis auf das Segment der landwirtschaftlichen Betriebsgebäude ist Beton in allen Bereichen der am meisten verwendete Baustoff.

Rückläufige Transportbeton-Produktion im 1. Quartal 2018

Nach Angaben der statistischen Landesämter ist die Transportbetonproduktion in Deutschland im 1. Quartal 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,7 % zurückgegangen. Erfreulicher ist die Umsatzentwicklung, die um 3,4 % Transportbeton anstieg, allerdings die anderen Kostensteigerungen kaum auffangen wird. Die Auswertung der statistischen Landesämter bezieht sich nur auf Werke mit zehn oder mehr Beschäftigten, sodass die tatsächlichen Zahlen abweichen können. Auch ist das 1. Quartal traditionell das schwächste des Jahres, sodass ein Ausgleich des Absatzes im Laufe des Jahres aufgrund der hervorragenden Auftragslage erwartet wird.

Produktion von Gesteinskörnungen und industriellen Nebenprodukten

Die Produktionsmengen von mineralischen Rohstoffen sowie das Aufkommen von industriellen Nebenprodukten liegen jetzt bis zum Jahr 2016 vor (s. Bild 3). Demnach lag die 2016 geförderte Menge von Steine-Erden-Rohstoffen insgesamt bei 563,6 Mio. t.  

Das Aufkommen der Sekundärrohstoffe betrug 95,6 Mio. t. Entsprechend ergibt sich eine Substitutionsquote von 14,5 Prozent. Die Produktion von Steinkohlenflugasche ist von 2010 bis 2016 mit einer Schwankungsbreite von 3,2 zu 3,1 Mio. Tonnen relativ konstant. Davon gehen über 86 Prozent in die Betonproduktion.

Durch die Stilllegung älterer Kohlemeiler und revisionsbedingte Abschaltungen einzelner Kraftwerksblöcke im Jahr 2017 haben die Betonkunden der WIN-Mitglieder die Engpässe bei der just-in-time-Belieferung mit Flugasche gespürt. Auch im laufenden Jahr sind einzelne Kraftwerke bereits in geplante Revisionen gegangen. „Flugasche bleibt also ein knappes Gut und muss dort eingesetzt werden, wo die Betonqualitäten besondere Ansprüche zu erfüllen haben und die Eigenschaften optimal erfüllt werden müssen“, erklärt der Verbandsgeschäftsführer Thomas Kaczmarek bei einem Rohstofftreffen in Berlin und prognostiziert, dass von einem plötzlichen Ende der Kohleverstromung und dem einhergehendem Zusammenbruch in der Flugascheproduktion in Anbetracht der anerkannten jüngsten Studien nicht die Rede sein kann. 

Bild 1) Wohnungsbau; verwendete Baustoffe (Volumen: 137,9 Mio. m³) [Quelle Stat. BA]
Bild 2) Nichtwohnbau; verwendete Baustoffe (Volumen: 187,4 Mio. m³) [Quelle Stat. BA]
Bild 3) Produktion von Gesteinskörnungen und industriellen Nebenprodukten (in Mio. t)
[Quelle BBS; Bundesverband Baustoffe, Steine und Erden]

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