26.11.2020

Beton mit Flugasche – der bessere Beton?

Neues Merkblatt „Nachhaltigkeit von Flugasche“ veröffentlicht.

Die ÖKOBAUDAT-Ergebnisse für Flugasche oder Kesselsand zeigen keine Umweltbelastungen auf, weder beim Einfluss auf die globale Erwärmung noch bei den Auswirkungen auf Versauerung oder Eutrophierung. In dieser öffentlich zugänglichen Plattform der Bundesregierung werden die Daten und Umwelteinflüsse zur Herstellung von Strom und Wärme aus Steinkohle dem Produktionsprozess in Kraftwerken zugeordnet. Neben diesem primären Herstellungsprozess wird mineralische Flugasche nach der Energieerzeugung in den Filtern der Abluftanlage gewonnen. Die Systemgrenze zur Bewertung der Flugasche beginnt demnach erst bei der Gewinnung oder Herstellung am Elektrofilter und endet bereits am Werkstor. Die Daten für den Warentransport zum Kunden oder zur Baustelle werden für alle Baustoffe vergleichbar später hinzugerechnet.

Mit der Nutzung dieser Daten ist ein Branchendurchschnitt für Kraftwerksnebenprodukte sichergestellt, der künftig einzelne, standortbezogene Deklarationen für die Erstellung von Ökobilanzen nicht mehr erforderlich macht. Das neue Merkblatt „Nachhaltigkeit von Flugasche“ stellt die relevanten Informationen für die Bewertung der Umwelteinwirkungen von Flugasche für den Einsatz im Beton zusammen. Es kann auf der WIN-Website kostenlos abgerufen werden (https://bit.ly/MERKBLATT-Nachhaltigkeit-von-Flugasche).

In der ÖKOBAUDAT wird z.B. das Globale Erwärmungspotential (GWP) für alle Baustoffe vergleichbar mit der Einheit „kg CO2 eq.“angegeben. Dieser Wert macht deutlich, wie sehr ein Gas in einem bestimmten Zeitraum im Vergleich zur gleichen Menge CO2 zur Erderwärmung beiträgt. Während in der Datenbank das globale Erwärmungspotential (GWP) für eine Tonne Zement mit 587 kg CO2 eq.-Emissionen angegeben wird, liegt er für Flugasche bei null (https://bit.ly/OEKOBAUDAT-Flugasche). Der Zementanteil als Bindemittel im Beton kann ohne jede Qualitätseinbuße durch den Einsatz von Flugasche als Hauptbestandteil erheblich reduziert werden.

Dadurch werden nicht nur die natürlichen Ressourcen geschont, da weniger Kalk und Ton abgebaut und energieintensiv aufbereitet werden müssen, es wird auch deutlich weniger Kohlendioxid emittiert. „Flugasche trägt als Sekundärrohstoff also hervorragend zur Ressourceneffizienz bei“, erklärt WIN-Vorstandsvorsitzender Burkhard Jakobuß bei der Veröffentlichung des neuen Merkblattes, „und das mit im Vergleich nahezu null Auswirkungen auf die Umwelt. Diese Verwendung ist auch im Sinne des jüngst novellierten Kreislaufwirtschaftsgesetzes sinnvoll.“

Die Daten der jeweiligen Baustoffe in der ÖKOBAUDAT unterliegen strengen Qualitätsmerkmalen und können in den unterschiedlichen Gebäudebewertungssystemen wie DGNB, LEED, BREAM oder auch bei der nachhaltigen Produktbewertung gemäß dem neuen Concrete Sustainability Council (CSC) eingesetzt werden. Letzteres gilt als weltweites Zertifizierungssystem für Unternehmen aus den Bereichen Beton, Zement und Gesteinskörnung. „In allen Zertifizierungs- und Bewertungssystemen steht Flugasche im Beton sehr gut da“, ergänzt WIN-Vorstand Andreas Hugot. „Damit wird eine Ökobilanz von Beton bei der Verwendung von Flugasche als Bindemittel per se verbessert.“

Mit den sehr geringen Umwelteinflüssen entfaltet Flugasche auch ihre technische Leistungskraft, wenn der Beton besondere Anforderungen erfüllen muss, wie z.B. beim hohen Widerstand gegen Angriffe von Sulfat oder Chlorid. Auch bei der Reduzierung der Hydratationswärme massiger Bauteile tragen die Eigenschaften der Flugasche optimal zur Qualität der Spezialbetone bei. „Im Grunde genommen ist Beton mit Flugasche der wertvollere, der grünere Beton im jeweiligen Anwendungsprofil und mit einem Massenbeton nicht zu vergleichen“, resümiert WIN-Geschäftsführer Thomas Kaczmarek.

„Beton mit Flugasche erfüllt nicht nur einen Mehrwert mit seiner höheren technischen Leistungsfähigkeit im Vergleich zu herkömmlichem Beton. Er hat zudem eine umweltfreundlichere Bewertung, weil z.B. das Bindemittel Zement mit seinem höheren Eintrag beim GWP ohne Qualitätsverlust zu weiten Teilen ersetzt werden kann.“ Zwar werde das Angebot an Flugasche aufgrund der Stilllegung einzelner Steinkohlekraftwerke mittelfristig abnehmen und nicht überall just-in-time verfügbar sein, „umso wichtiger ist der bewusste und nachhaltige Einsatz von Flugasche überall dort, wo sie zur Performance des Betons beiträgt und nicht als preiswertes Bindemittel im Allerweltsbeton verschwendet wird“, fasst der Verbandsgeschäftsführer zusammen.

Die vollständige Pressemeldung oder das Merkblatt können hier heruntergeladen werden.

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Wirtschaftsverbandes Mineralische Nebenprodukte e.V.

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