08.03.2018

Flugasche bleibt wichtiger Zusatzstoff für hochwertigen Beton

Marktdaten 2016 für Produktion und Vermarktung von Kraftwerksnebenprodukten, Ausblick 2017 und Prognose zur Verfügbarkeit

Flugasche als Nebenprodukt aus der Steinkohleverstromung ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil in der Herstellung von qualitativ hochwertigen Baustoffen. Der Sekundärrohstoff erfüllt gewünschte Eigenschaften bei besonderen Anforderungen an Beton und trägt zur Verbesserung seiner C02-Bilanz bei.

Im Jahr 2016 wurden in Deutschland bei konstanter Produktionsleistung insgesamt 3,16 Mio. Tonnen Flugasche vermarktet, davon allein 86 Prozent für die Beton-/Zementherstellung. Die restliche Menge verteilt sich auf den Straßen- und Wegebau, die Herstellung von Trockenbaustoffen oder Mauersteine und andere keramische Erzeugnisse.

„Die Produktion von Flugasche aus Steinkohlekraftwerken war im Jahr 2016 konstant, die durch Importe höhere Vermarktungsmenge ist im Vergleich zum Jahr 2015 um 7,5 Prozent zurück gegangen“, erläutert WIN-Geschäftsführer Thomas Kaczmarek. „Diese Entwicklung erwarten wir noch deutlicher für das Jahr 2017“.

Das vergangene Jahr war klimatisch geprägt von freundlich warmem Wetter und einem kurzen Winter. Aufgrund des subventionierten Wachstums regenerativer Energieerzeugung mit Sonne und Wind gab es auch schwankende Kraftwerksauslastungen. Zudem führten erforderliche Revisionsvorgänge einzelner Steinkohlekraftwerke dazu, dass eine lokale Verfügbarkeit von Flugasche teilweise eingeschränkt und eine gleichmäßige Belieferung im Jahresverlauf nicht immer just-in-time möglich war.

Der Bau boomt und damit auch die Nachfrage nach Hochleistungsbetonen für besondere An-forderungen. „Der Unterschied zum Einsatz im Massenbeton besteht darin, dass Flugasche speziell geforderte Eigenschaften im Beton erfüllen kann, wie kaum ein anderes Bindemittel“, erklärt der Geschäftsführer, „und diese Nachfrage konnten die Mitgliedsunternehmen im vergangenen Jahr leider nicht immer erfüllen.“

Nach einer mittel- und langfristigen Prognose des Bundeswirtschaftsministeriums und eines Gutachtens des DIW werde sich die Produktion von Flugasche in Deutschland weiter reduzieren und in den kommenden zwanzig Jahren von 3,1 Mio. Tonnen (2016) auf etwa 2,2 Mio. Tonnen schrittweise verringern. „Damit liegen wir im Zielkorridor der aktuellen klimapolitischen Debatte“, stellt Kaczmarek fest.  

Gerade die Versorgungssicherheit nach dem Kernkraft-Ausstieg im Jahr 2022 und eine gleichmäßige Einspeisung in die fragilen Energienetze werden die Betreiber von Kraftwerken mit den fossilen Energieträgern Kohle und Erdgas auffangen müssen. Um dennoch die hohen Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen und den gesellschaftlich immer stärker geforderten Ausstieg aus der Braunkohle zu entwickeln, soll eine Expertenkommission binnen Jahresfrist Vorschläge zum künftigen Energie-Mix vorstellen. Letztlich ist Braunkohle mit über 50% an den CO2-Emissionen aus der Energieerzeugung beteiligt. Effizientere Steinkohlekraft-werke können in diesem Kontext eine Absicherung der Grundlast gewährleisten.

In der jüngst veröffentlichten BDI-Studie „Klimapfade 2050“ wird diese BMWi-Prognose zusätzlich bestätigt. Darin heißt es u.a., dass ein nationales 80-Prozent-Klimaziel mit den heute bekannten Technologien zwar technisch und volkswirtschaftlich möglich sei ist, es aber mit etwa 1,5 Bill. Euro einer erheblichen zusätzlichen Kraftanstrengung bedürfe.

„Mit den Vorschlägen für die Einsparmöglichkeiten im Energiesektor wird auch die angemessene Reduzierung der Kohleverstromung im Energieträger-Mix bei gleichzeitiger Versorgungssicherheit volkswirtschaftlich eingeordnet. Allerdings ist eine gesellschaftliche Akzeptanz der Mehrkosten und Maßnahmen, die stark in die individuellen Lebensbereiche eingreifen werden, noch nicht abschließend bewertet“, fasst der Geschäftsführer zusammen.

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