28.03.2018

Im Jahr 2017 ist der CO2-Ausstoß im Energiebereich deutlich gesunken.

Die Stromerzeuger haben ihre Hausaufgaben gemacht und erreichen zuverlässig die gesteckten Zwischenziele.

Das Bundesumweltministerium hat gestern die Entwicklung der CO2-Emissionen im Jahr 2017 in Deutschland veröffentlicht. Während sie bei der Stromerzeugung deutlich zurückgingen, stiegen sie den Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA) zufolge im Verkehr und in der Industrie. In der Landwirtschaft stagnierten die Emissionen.

„Beim Ausbau der erneuerbaren Energien haben wir bereits viel erreicht“, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). „Im Verkehrssektor geht die Entwicklung leider immer noch in die falsche Richtung. Für Klimaschutz und saubere Luft brauchen wir eine grundlegende Verkehrswende.“ Dabei gehe es nicht um den Dieselmotor, sondern um die steigende Anzahl an Neuzulassungen und fehlende Verkehrskonzepte. Am deutlichsten gingen die Emissionen im Energiebereich mit 13,7 Millionen Tonnen oder 4,1 Prozent zurück. Als Hauptgrund nannte das UBA den Ausbau der Windkraft und weniger Stromgewinnung aus Kohlekraftwerken.

„Im Sektor der Energieerzeugung werden seit Jahren die Hausaufgaben gemacht und die erneuerbaren Energieträger weiter ausgebaut. Bis wir allerdings eine emissionsfreie Versorgungssicherheit und Verfügbarkeit haben, werden wir uns noch gedulden müssen“, sagte Thomas Kaczmarek, Geschäftsführer des Wirtschaftsverbandes Mineralische Nebenprodukte e.V. Seine Mitglieder sind Stromerzeuger und Nutzer der Nebenprodukte wie Flugasche, REA-Gips oder Kesselsand für die Bauwirtschaft.

„Wir haben den Weg längst eingeschlagen und erreichen zuverlässig die gesteckten Zwischenziele. Ältere Steinkohlekraftwerke mit einer Kapazität von insgesamt mehr als drei Gigawatt wurden bereits stillgelegt.“ Von blindem Aktionismus und einem Enddatum der Kohleverstromung halte er aber wenig. Letztlich müsse noch der Ausstieg aus der Atomkraft im Jahre 2022 und der fehlende Planungshorizont für die richtig dimensionierten Leitungsnetze im kommenden Jahrzehnt aufgefangen werden. „Als erfolgreicher Wirtschaftsstandort mit vielen Menschen in Arbeit wollen wir uns z.B. Stromausfälle, Versorgungsengpässe oder frierende Menschen bei flauem Regenwetter nicht vorstellen“, warnt der Verbandsmanager. Der Zukauf von Energie aus den Nachbarländern sei auch keine saubere Lösung.

Die junge Koalition will nun in einem Klimaschutzgesetz die Klimaziele bis 2030 für jeden Wirtschaftssektor verbindlich festzurren. Außerdem plane die Bundesregierung eine Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“. Diese soll bis zum Weihnachtsfest ein Maßnahmenpaket bestimmen, mit denen Deutschland die Klimaziele 2030 und 2050 erreiche. Diese Reduzierungspfade um 80 bzw. 95 Prozent seien eine Kraftanstrengung in jedem Wirtschaftssektor und der Gesellschaft und würden Investitionen in Billionenhöhe erfordern. Hinzu kommt, dass Klimaschutz nicht an Landes- oder Bundesgrenzen aufhört. Ein Sprecher der Industriegewerkschaft BCE mahnte dazu, dass sich die Kommission nicht auf einen radikalen Kohleausstieg reduzieren dürfe. Sie würde sonst „unseriös handeln und dem Klimaschutz sogar schaden“.

Greenpeace Klimaexperte Carsten Smid nannte die Zahlen unzureichend. Im Ergebnis seien die Klimaziele nur noch zu erreichen, wenn nun Braunkohlekraftwerke umfangreich gedrosselt und stillgelegt werden. Diese führen den Ausstoß an CO2-Emissionen bei den Energieträgern an. So räumte auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ein, „dass es bei der Braunkohle jetzt schneller gehen könnte“. Er betonte, dass selbst das 2030er Klimaziel sehr anspruchsvoll sei und nur mit einer schritt-weisen Reduzierung fossiler Brennstoffe gelingen werde. „Allerdings wird es diese Energieträger noch viele Jahre geben“.

„Wir begrüßen jede sachliche Debatte um die richtigen Entscheidungen beim Prozess des Klimaschutzes“, so Thomas Kaczmarek. „Verschiedene neue Studien zeigen die Vorschläge für Einsparmöglichkeiten in den einzelnen Bereichen. Im Energiesektor wird auch eine schrittweise Reduzierung der fossilen Brennstoffe bei gleichzeitiger Versorgungssicherheit volkswirtschaftlich eingeordnet. Wir sind also auf dem richtigen Weg.“

Diese Internetseite ist ein Service des
Wirtschaftsverbandes Mineralische Nebenprodukte e.V.

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