07.06.2018

Zum Startschuss der neuen Bundeskommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung

Es ist ein politisches Ziel und ein breiter gesellschaftlicher Konsens, die CO2-Emissionen in Deutschland deutlich zu senken. Dabei sollen alle Gruppen beteiligt werden: von den privaten Haushalten über den Verkehrssektor, die Landwirtschaft und Industrie, das Wohnen und Bauen bis hin zur Energie- und Stromerzeugung. Hier steht die Reduzierung von fossilen Energieträgern im Fokus.

Die neu eingesetzte Kommission der Bundesregierung hat eine große Aufgabe, muss sie doch die Ziele wie Versorgungssicherheit, stabile Energie- und Strompreise oder einen raschen Zuwachs von regenerativen Energiequellen im Blick haben. Das ist schon kompliziert genug, aber nun kommen noch die Forderungen nach gleichbleibendem wirtschaftlichen Wachstum und auskömmlichen Beschäftigungsverhältnissen bei den strukturellen Aufgaben im Braunkohlebergbau hinzu. In diesem magischen Zielvieleck sollen Beschlüsse bis zum Jahresende gefasst werden, nach denen sich die Energieverbraucher ausrichten müssen – ob Großindustrie oder privater Haushalt.

In diese Kommission wird die neue BDI-Studie „Klimapfade für Deutschland“ einfließen. Sie ist jüngst in Berlin vorgestellt worden und enthält sachlich fundierte technische und wirtschaftliche Ansätze zur Reduzierung der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050. Daraus geht neben den enormen Kosten für diese Energiewende auch hervor, dass Sonne und Wind im Strom-Mix stetig zunehmen werden.

Nach der Abschaltung der Atomkraftwerke im Jahre 2022 und dem vorgesehenen Strukturwandel in den Braunkohlerevieren wird die Versorgungssicherheit dann durch effizientere Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen für einen absehbaren Zeitraum aufgefangen. Neben den wenigen Gaskraftwerken wird die Sicherstellung der Grundlast also auch durch emissionsarme Steinkohlekraftwerke erfolgen. So zeigt die letzte BMWi Energieprognose, dass im Jahr 2035 noch immer über 2 Mio. t Steinkohlenflugasche produziert werden. Das ist deutlich weniger als heute, sorgt aber für eine ausreichende Kapazität bei der Grundlast im Stromnetz.

Bereits jetzt eingeleitet sind die geplanten Abschaltungen von Kapazitäten aus Kraftwerken, die durch den Ökostrom ersetzt werden sollen. „Dieser geplante Rückbau hat begonnen und wird sukzessive zur Minderung der CO2-Ziele beitragen“, erklärte WIN-Geschäftsführer Thomas Kaczmarek am Rande eines BDI-Workshops zur Klimastudie in Berlin.

„Diese Datenlage wird auch durch andere Studien, wie die aktuelle DENA-Untersuchung gestützt. Zunehmend werden aber Meinungen vermischt, die einen noch rascheren Ausstieg aus der Kohle fordern oder befürchten“, so der Verbandsgeschäftsführer weiter. Der Energiesektor habe inzwischen seine Hausaufgaben zur CO2-Reduzierung gemacht und bereits in den vergangenen Jahren die Emissionen erheblich gesenkt.

Diese Entwicklung im Energiesektor werde sich fortsetzen, planmäßig und ohne Androhung eines Enddatums für den Kohleausstieg aus der Bundeskommission. „Andere Sektoren müssen noch liefern, wie etwa aus den Verkehrsbelastungen, der Gebäudedämmung oder der Landwirtschaft.“ Zudem reiche es nicht, den Zubau von Windkrafträdern zu subventionieren und bei den dafür erforderlichen Stromtrassen im föderalen und kommunalen Planungs- und Genehmigungsrecht stecken zu bleiben.

Die bekannten Studien zeigen richtige und sachliche Ansätze, die mancherorts das technische Verständnis oder die individuellen Verhaltensmuster bei der Energienutzung noch auf eine harte Probe stellen werden. Durch fehlende Speicherkapazitäten werden die Bedarfsspitzen in den sogenannten „Dunkelflauten“ zu enormen Belastungen des ohnehin schon arg strapazierten Stromnetzes führen. Das Gespenst von lokalen Blackouts machte zum Jahresbeginn bereits die Runde.

Jeder Einzelne, die Gesellschaft und die Industrie wollen zunehmend mehr Strom nutzen, zu jeder Zeit, sei es bei der Mobilität oder auch beim Antrieb jedweder Maschinentechnologie. Der Strombedarf wird weiter wachsen. In der Grundlasterzeugung werden Kernkraft vollständig und Braunkohle zunehmend reduziert. All das mache den Geschäftsführer zuversichtlich, dass der wertvolle mineralische Sekundärbaustoff aber noch für einen langen Zeitraum verfügbar bleibe, „insbesondere zur Erfüllung von besonderen Eigenschaften oder bei hohen Anforderungen an den Beton.“

In den vergangenen beiden Jahren haben die Betonkunden der WIN-Mitglieder die Engpässe bei der just-in-time-Belieferung mit Flugasche gespürt. Auch im laufenden Jahr sind Kraftwerke bereits in geplante Revisionen gegangen. „Flugasche bleibt also ein knappes Gut, von einem frühzeitigeren Ende kann allerdings nicht die Rede sein“, konstatiert der Verbandsgeschäftsführer. Und weiter: „Flugasche habe seine besondere Stellung in der Bauwirtschaft in den letzten Jahren gefestigt. Herausragende Gebäude bestätigen das. Wasserbauwerke, die Elbphilharmonie oder der Testturm in Rottweil zeugen von der erfolgreichen Verwendung und der hohen Betonqualität. Entsprechende Anwendungsberichte werden in Kürze vorgestellt“.

WIN-Geschäftsführer Thomas Kaczmarek am Rande des BDI-Workshops in Berlin

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